Revolution, Sozialismus, Bellas Artes Cubana und Nachtleben in Havana

Nach dem Spanischunterricht der jeden Tag Stück für Stück voran geht, steht für mich meist noch der eine oder andere Museumsbesuch und ein Spaziergang durch Havanas Strassen auf dem Programm. Das Bussystem ist schwer zu durchschauen und jedesmal ein Taxi zu nehmen steht nicht in meinem Budgetplan. So ein Spaziergang kann auch sehr interessant sein, man begegnet den skurilsten Situationen und langsam kenne ich die Stadt und ihre Abkürzungen. Oft wird einem dann auch ein “I love You” hinterher gerufen, daran hab ich mich bereits gewöhnt.

Im Museo de Revolucion wird die gesamt Revolutionsgeschichte Kubas Bild für Bild, Objekt, Landesteil und Jahr detailiert aufgezeigt, das kann manchmal auch langatmig sein, dennoch ist es einen Besuch in jedem Fall wert.
Nach dem Crashkurs für Sozialismus im ehemaligen Regierungssitz Batistas und Besichtigung der Granma, dem Schiff mit dem Fidel und seine Revolutionäre mit 81 Mann Besatzung die Invasion Kubas begonnen haben, kehre ich in die Casa Particular zurück. Dort darf ich mein eigenes kleines Erlebnis der Solidarität der Kubaner untereinander erleben. Beim Abendessen höre ich lautes Reifenquietschen und Auffahrgeräusche, ein Unfall an meiner Kreuzung. Sofort springen meine Gasteltern auf um nachzusehen was passiert ist. Mein Gastvater läuft los zum Unfallsort, bald hat sich eine Gruppe dort gebildet um zu helfen und den Hergang zu besprechen, es gab zum Glück keine Schwerverletzen. Diesmal ist es mal gut ausgegangen.

Ein Kinobesuch ist hier auch ein Muss, zumal Vedado einige davon hat. Ins Kino gehen ist hier noch ein echtes Erlebnis mit Gelächter, Pfeifen und Zwischenrufen. Wenn es zu Laut wird, dann füllt ein “pssssst” den Saal aus allen Ecken. Den Film “El Guardián de Topo” kann auch ich ganz gut verstehen, er braucht nur wenige Worte, unterhält mit Humor, Skurilitäten und hat typische kubanische Elemente.

Im Museo Bellas Artes de Cubano kann ich mich garnicht satt sehen. Wunderbare Beispiele der Kunst in Kuba des 19., 20. und 21. Jahrhunderts mit großer internationaler Qualität. Künstler wie Wifredo Lam und aktuelle Werke von Nelson Herrera Ysla und Nada Carlos Quintana überzeugen. Havana ist ein wunderbarer Ort für Installations- und Recyclingkünstler.

Man mag denken was man will über den Sozialismus, zu Gutehalten muss man den Kubanern aber, sie sind Erfindungsreich. Aus der Not heraus und das haben sie wahrlich perfektioniert, schaffen sie Neues und schöne Dinge.

Freitag abend hatte zuerst weniger vielversprechend begonnen, zuerst sah es so aus als wäre das Highlight ein Bier an der Ecke bei der Ave de los Presidentes, ein beliebter Treffpunkt der Jugendlichen Havanas.

Dann hat es uns doch noch in einen Club verschlagen an der Plaza de la Revolucion. Raggaton ist in Kuba gerade groß in Mode habe ich mir sagen lassen. Den Abzocker für 5 CUC extra haben wir soweit wie es ging abgehängt. Wir haben uns brav wie alle anderen in die Warteschlange gestellt. Dort waren wir so ziemlich die einzigen Touristen soweit ich das feststellen konnte (gut so) zusammen mit einem Iren den es auch eher zufällig dort hin verschlagen hat. Salsa, ein Raggaton Live-Konzert und reichlich Tanzpartner haben es zu einem tollen Abend werden lassen bis 4 Uhr morgens.

Posted in tita-logue 12 years ago at 12:42 AM.

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