Hitchhiking mit meinen Freunden aus Israel im Carretera Austral und Camping im Outback Chiles

Früh Morgens verlassen wir das Hostel und stehen wieder für Stunden an der Strasse um eine Mitfahrgelegenheit nach Puerto Tranquilo zu bekommen. Zwischendurch regnet es immer wieder mal und wir vertreiben uns die Zeit mit Frisbee spielen und Steine auf Bierflaschen schmeissen die da so am Strassenrand stehen. Es ist ein zacher Sonntag zum Hitchhiken. Dann tut sich doch etwas, das Belgisch/Schweizer Paar gekommt eine Mitfahrgelegenheit und kurz darauf auch einer meiner Freunde und ich. Wir reisen mit einer chilenischen Familie mit 3 Kindern die gerade im Urlaub sind. Das Auto ist voll gepackt ich habe den schweren Rucksack auf meinen Knien. Juhu wir kommen voran, bis zur Kreuzung nach Puerto Guadal 122km, dort nimmt die Familie einen anderen Weg und wir steigen aus. An der Kreuzung stehen bereits einige andere Hitchhiker seit einigen Stunden, wie gesagt es ist ein zacher Sonntag. Es regnet und wir wärmen uns mit etwas Tee auf. Nach etwa 4 Stunden bekommen einige der Hitchhiker eine Mitfahrgelegenheit und kurz darauf treffen die anderen Freunde aus Israel hier ein. Wir sind wieder vereint und schmieden Pläne wo wir heute Nacht das Zelt aufschlagen, wärend wir noch versuchen vielleicht doch mitgenommen zu werden. Es ist zwecklos, heute wird das nix mehr. Wir gehen ein Stück die Strasse entlang, bis wir zu einem wunderbaren Ausblick auf den See gelangen, dort schlagen wir das Zelt auf, gerade noch bevor es wieder in strömen regnet. In Teamarbeit wird es ein gemütliches Plätzchen und wir kochen Reis mit Tomatensoße, Tee und Kartoffelpürre. Wärend das Wasser kocht spielen wir Schnuuuno. Es ist eine kalte Nacht, die Jungs erzählen mit noch etwas über die Armee in Israel und dass sie froh sind es hinter sich zu haben, 3 Jahre sind auch eine lange Zeit. In der Nacht zieht eine Gruppe von Pferden an unserem Zelt vorbei. Ich kann kaum schlafen, der Regen ist laut und ich friere.

Montag Früh warten wir wieder auf ein Auto, dass uns mitnimmt. Wir spielen Frisbee und es beginnt zu regnen. Die freilaufenden Pferde von gestern Nacht kreuzen wieder die Strasse, ich versuche sie anzulocken, vielleicht können wir ja auf ihnen reiten. Sie sind scheu und laufen die Böschung hinauf, Jonathan macht Fotos von ihnen. Da kommt ein Cheep auf uns zu, ich strecke wieder mal den Daumen raus und winke. Auf der Ladefläche winken mir die Jungs zu, alle sechs haben wir eine Mitfahrgelegenheit bis Puerto Tranquilo, ich reise gleich weiter bis Coyhaique. Umarmend verabschiede ich mich von den Jungs und wünsche ihnen weiterhin eine gute Reise.

Auf dem Weg nach Coyhaique kann ich kaum die Augen offen halten, ich bin müde und nicke immer wieder ein. Dennoch zwischendurch bewundere ich die atemberauben schöne Landschaft der Berge mit Schnee, Wälder, Sümpfe, Lagunen, ausgetrocknete Lagunen, Pferde, Wildvögel. Als wir in Villa Cerro Castillo einfahren warten eine ganze Horde von Autostoppern auf ein weiterkommen, die Minibusse sind auch immer voll, es ist nicht so einfach hier zu reisen. Wir nehmen zwei Mädels aus Santiago mit. Jetzt ist das Auto voll, dachte ich. Wir halten am Flughafen in Balmaceda, laden Arbeitsgut der Fahrer auf und nehmen eine weitere Person, ihren Arbeitskollegen mit. Ich sitze auf Kartons, die zwei Mädels übereinander und neben uns der Arbeitskollege. So kommen wir nach weiteren 20 km in Coyhaique an.

So jetzt überlege ich Camping oder Hostel, die Touristinfo hat bereits geschlossen. Eine ältere Dame spricht mich auf dem Weg an, sie hat ein Hostel für 8000 Pesos (ca. 16 Dollar inkl. Internet), ich sage zu. Es ist ein Einzelzimmer eher eine Familien-Pension mit einer entzückenden Familie. In der Küche steht ein Herd der mit Holz beheizt wird, wie zu Urgroßmutters Zeiten, ich bin begeistert. Ich nutze die Zeit auf dem Herd zu Kochen, dann heiß zu Duschen und Interneten, bis ich total erschöpft einschlafe.

Posted in tita-logue 7 years, 10 months ago at 04:16 PM.

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