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Mittwoch, 16. April 2008

Blogs / Weblogs


Im Sinne des neuen sogenannten „Netzverständnisses“ für Web 2.0 macht man ein Weblog durch das Teilen der Inhalte zum Weblog 2.0, also durch das Verschlagworten und durch die Weitergabe dieser Schlagworte (Tags), wie etwa an Technorati. Auch Kommentare, Pings und Trackbacks dienen dem Zweck (http://www.drweb.de/weblog/weblog/?p=623, ENDL 2006, 17.1.2008).Das Medium “Blogs” wird in den nächsten fünf Jahren qualitativ und quantitativ weiter wachsen. Im “Long Tail” wird es Verschiebungen geben. Die Zahl der rein privaten Blogs wird abnehmen, dieser Personenkreis stellt sich auf Social Networks wie MySpace oder Facebook dar und ist dort besser vernetzt. Das Wachstum der Blogs wird von den fachlich orientierten Bloggern getragen. Wir werden mehr Fachblogs in allen nur erdenkbaren Themennischen und in allen Sprachen sehen.

Semantische RSS-Reader werden das Bloglesen verändern und vorantreiben. Heute noch sind unsere Reader sehr statisch. Der Fortschritt bei semantischer Software wird aber vermutlich schon in wenigen Jahren dazu führen, dass der Reader den Lesern nicht nur von selbst und individuell (ganze) Blogs vorschlägt, sondern gezielt Blogartikel holt, die den Leser gerade interessieren. Man wird dann nur noch wenige Blogs vollständig lesen, dafür aber Meldungen aus der gesamten Blogosphäre erhalten. Rein technisch ist es heute schon möglich (siehe auch Kapitel Intelligente Suche und das Semantik Web auf Seite 29).

SCHWENK beschreibt die erfolgreiche Zukunft von Weblogs (SCHWENK 2007a):

Blogs werden Aufmerksamkeit und Einkommen bringen.

(http://www.bwlzweinull.de/index.php/2007/12/04/der-blick-nach-vorn-blogs-und-ihre-zukunft/, SCHWENK 2007, 7.1.2008)

Laut Pew Internet & American Life Project Report 2006 sind 54% der Blogger unter 30 Jahre und 37% schreiben über ihr Leben und Erfahrungen, die sie gesammelt haben (http://www.pewinternet.org/PPF/r/186/report_display.asp, LENHART und FOX 2006, 19.1.2008).

Forrester Research hat eine Studie über Blogger durchgeführt. Eine Zusammenfassung findet sich unter http://www.forrester.com/ER/Press/Release/0,1769,1112,00.html, BOUQUET und FAVIER 2006, 20.1.2008. Die Studie selbst ist kostenpflichtig und nicht für uns zugänglich. Wir fassen die wesentlichen Aussagen über Blogger für das Online-Marketing zusammen:

Die Marktforscher Forrester Research raten Unternehmen dazu, aktive Blogger auf ihre Seite zu holen. Diese können Marken in weniger als einem Tag groß machen oder brechen. Unternehmen sollen jedenfalls keine Beziehungen vortäuschen, der Boomerangeffekt ist meist nicht mehr gutzumachen. Um sie auf die eigene Seite zu bringen gilt es, Vertrauen aufzubauen und aufrichtige und transparente Beziehungen mit ihnen zu führen.

Sie haben außerdem herausgefunden, dass die französischen Konsumenten die Europäische Blogosphäre anführen. Die Verbreitung der Blogger ist 2006 am höchsten in Südeuropa. Frankreich, Italien und Spanien machen 57% der Blogger aus, in Deutschland nur 13%. In Frankreich gibt es 2006 fast 1 Million aktive Blogger von 4 Millionen europaweit.

Statistiken zu österreichischen Bloggern gibt es nicht viele. BREDL (2007) interpretiert in seinem Weblog Zahlen des Austrian Internet Monitor (AIM): Laut AIM schreiben 3% der österreichischen Internetuser Blogs. Das wären dann 135.600 Blogger im 1. Quartal 2007. Die Ergebnisse werden von einschlägigen Bloggern heftig umstritten, die die Zahl der aktiven Blogger in Österreich weit niedriger einschätzen (BREDL 2007, http://bredlbloggt.telekom.at/stories/419/, 19.1.2008).In Österreich ist das Bloggen noch nicht so weit verbreitet. Wir schließen daraus, dass die Zahlen bis 2012 weiter steigen werden.

BOUQUET und FAVIER 2006 erörtern in der Studie, warum Blogger für Unternehmen interessant sind (http://www.forrester.com/ER/Press/Release/0,1769,1112,00.html, BOUQUET und FAVIER 2006, 20.1.2008). Wir fassen die Argumente in sieben Punkten zusammen:

  • Sie sind Early Adopters von Technologien, wie regelmäßiger Einsatz von RSS-Feeds
  • Blogger sind aktive, multitasking Internet Surfer
  • Blogger sind tolerante Konsumenten, stark zugänglich für neue Ideen und vertrauen von Konsumenten generierten Informationen
  • Blogger vertrauen anderen Bloggern
  • Sie zeigen nicht mehr Aufmerksamkeit gegenüber Werbeeinschaltungen als andere User
  • Blogger probieren neue Dinge aus. Mögen sie ein Produkt, dann erzählen sie es weiter.

Unternehmen berichten in Forrester, wie Media, Telekommunikation, Werber und Händler erfolgreich ihre Konsumenten-Beziehungen vom push-lastigen Online-Marketing zu pull-Methoden hin verlagert haben, von Werbung zur Zusammenarbeit und vom Top-Down-Prinzip hin zum Button-Up-Prinzip hin (http://www.forrester.com/ER/Press/Release/0,1769,1112,00.html, BOUQUET und FAVIER 2006). FAVIER sagt: “To thrive in an era of Social Computing, companies must abandon top-down management and communication tactics, weave communities into their products and services, use employees and partners as marketers, and become part of a living fabric of brand loyalists.” (http://www.forrester.com/ER/Press/Release/0,1769,1112,00.html

Geschrieben von Brigitte Brychta in Web 2.0 um 22:55

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